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Gentechnik ist keine Fortsetzung von Züchtungen

Zellmanipulationen können sich riesig auswirken

(Ungekürzter Bericht vom Tagblatt am 07.06.08 von Konrad Rothammer)

 Sehr viele Parkstettener und Reibersdorfer Voll- und Nebenerwerbslandwirte waren auf Einladung des SPD-Ortsvereins Anfang Juni 2008 zum Vortrag über Gentechnik in das Café Speiseder gekommen. Dabei zeigte der Referent Norbert Schott - der Vollerwerbs-Biolandwirt in Wiesenfelden ist - die Risiken und bereits vorhandenen Folgen beim Einsatz genmanipulierten Saatguts auf. Diskutiert wurde auch eine „Gentechnikfreie Gemeinde Parkstetten“.

„Nur wer Fakten kennt, kann urteilen“, sagte der Parkstettener SPD-Vorsitzende Martin Panten bei seinem Grußwort. „Eine kleine gentechnische Verschmutzung des Saatgutes kann sich riesig auswirken“; begann Norbert Schott seinen Vortrag.

Mit Hilfe eines Films und einer Präsentation, die gespickt war mit amtlichen Statistiken, untermauerte er diese Aussage. Dabei wurde deutlich, dass die Gentechnik keine harmlose Fortsetzung einer Züchtung ist. Während die Gentechnik in geschlossenen Kreisläufen, so wie sie bei der Herstellung von Medikamenten und Enzymen bestünden, durchaus nützlich sein könne, seien gentechnisch veränderte Pflanzen in der freien Natur nicht mehr rückholbar. Trotz mancher Euphorie beim Beginn der Genmanipulationen, Anfang der siebziger Jahre, seien diese bis heute nur bei Soja, Baumwolle, Mais und Raps kommerziell bedeutend. Unempfindlichkeit gegen das Pflanzengift Roundup und Resistenz gegen Insekten stünden bei den Manipulationen im Vordergrund. Interessant sei dabei, dass die gleichen sechs Konzerne, die die weltweiten Rechte an genverändertem Saatgut besitzen, auch 70 Prozent des weltweiten Unkrautvernichtungsmittelmarktes beherrschen. Am Beispiel Kanada zeigte Schott auf, dass dort als Folge von Saatgutverwehungen kein ökologischer Rapsanbau mehr möglich ist.

 „Auch unabsichtlich gentechnisch verunreinigte Ernten werden lizenzpflichtig“, sagte er. Die Patentinhaber an gentechnisch verändertem Saatgut sähen goldenen Zeiten entgegen und die Bauern zusätzlichen Kosten.

Schwerwiegender seien die noch unabsehbaren Auswirkungen der Genveränderungen auf die Gesundheit der Menschen, Tiere und der Pflanzen. Jüngste Laborversuche mit Tieren gäben Anlass zu großer Besorgnis. Zunehmend seien resistente Schädlinge an genveränderten Pflanzen zu beobachten. Als Beispiel nannte Schott den Baumwollkapselbohrer. Der Einsatz von gentechnisch verändertem Saatgut bedeute auch den Verlust von Arbeitsplätzen bei den herkömmlichen Saatzuchtbetrieben und erhöhe die Abhängigkeit der Landwirte von einigen wenigen Konzernen. Deswegen würden von verschiedenen Vereinigungen gentechnikfreie Anbauregionen gefordert. 70 Prozent der deutschen Landwirte würden solche befürworten. Die Bauern möchten damit zeigen, dass sie sich um sauberes Saatgut kümmern und gesunde, natürliche Lebensmittel erzeugen wollen. Ein anwesender Landwirt sagte, dass es in der heutigen globalisierten Welt immer schwieriger werde, dies kostendeckend zu tun.

"Wenn niemand die Risiken von genverändertem Saatgut will, sollte man ein kleines Zeichen setzen und Parkstetten zur gentechnikfreien Zone erklären", sagte Altbürgermeister Alfons Schießwohl an die Adresse der Bauern. Man solle sich an den Beispielen von Wiesenfelden und Ascha orientieren. Den Beschluss auf Einrichtung einer „gentechnikfreie Gemeinde“ könne allerdings wegen EU-Rechten nicht der Gemeinderat fassen. Dazu müssten die Landwirte freiwillige Selbstbeschränkungen abgeben. Norbert Schott hatte entsprechende Vordrucke parat. Nun liegt es an den Landwirten in der Gemeinde Parkstetten, ebenfalls ein Zeichen gegen die unabwägbaren Risiken der Gentechnik

Die Zuhörer wurden sehr nachdenklich bei den Ausführungen des Bio-Landwirts Norbert Schott zu den Risiken der Gentechnik

Blick auf einen Teil der Zuhörer

Der SPD Ortsvorsitzende bedankte sich beim Referenten mit einem kleinen Präsent