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Leserbrief von Daniel Süß (Landtagskandidat) zur geplanten Einführung einer Kombiklasse in der Grundschule Parkstetten (Erschienen im Straubinger Tagblatt in gekürzter Form) Volksvertreter? Ein Volksvertreter hat die Aufgabe die Interessen der Bürger im Parlament zu vertreten. Gerade aber die Landtagsabgeordneten der CSU aus der Region Straubing scheinen keinen großen Wert darauf zu legen die Interessen der Menschen vor Ort zu vertreten – wie sich am Beispiel der Einführung von Kombiklassen in Parkstetten wieder einmal gezeigt hat. Obwohl sich der CSU Landtagsabgeordnete Zellmeier laut eines Berichts des Straubinger Tagblatts vom 27.06. noch für die Sache der Eltern einsetzen wollte, hat er in der entscheidenden Sitzung des Bildungsausschusses im Bayerischen Landtag am vergangenen Donnerstag gegen die Petition des Elternbeirats gestimmt. Dass eine breite Mehrheit der Parkstettener, sowie der Gemeinderat über alle Parteigrenzen hinweg die Einführung von Kombiklassen in der jetzigen Form ablehnt, spielt für Herrn Zellmeier offensichtlich keine Rolle. Verwundert hat mich das Abstimmungsverhalten unseres „Volksvertreters“ Zellmeier trotzdem nicht, im Gegenteil – es war leider vorhersehbar. Wie schon bei der Einführung des Büchergelds, von Studiengebühren und dem Bau des Transrapids uvm. hat er nun auch für die Einführung von Kombiklassen in Parkstetten gestimmt, obwohl die Mehrheit der Bürger dies ablehnt. Sein Abstimmungsverhalten – konsequent gegen die Interessen der überwältigenden Mehrheit der Bürger in der Region Straubing-Bogen -zieht sich leider wie ein „Roter Faden“ oder besser gesagt, wie ein „Schwarzer Faden“ durch sein Wirken im Bayerischen Landtag. Im September gibt es zum Glück die Möglichkeit Bilanz zu ziehen und die Mandatsträger anhand ihrer Leistungen für die Interessen der Bürger vor Ort am Wahlzettel zu „belohnen“.
Daniel Süß Juso Vorsitzender Unterbezirk und Kreisverband Straubing-Bogen
Leserbrief von Frau Astrid Peck aus Ascha zur geplanten Einführung einer Kombiklasse in der Grundschule Parkstetten (Erschienen im Straubinger Tagblatt am 09.07.2008) Den Weg versperrt? Zum Thema Kombiklasse in Parkstetten:
Mit Interesse verfolge ich die Diskussionen um die Einführung von Kombiklassen in der Grundschule. Dabei habe ich das Gefühl, in längst vergangene Zeiten zurückversetzt zu werden. Jetzt also sind sogar die Schulen dran. Wird nun so ziemlich alles das, was uns Fortschritt und auch ein gewisser Wohlstand beschert hatte, mit politischem Machtgehabe unter dem Deckmantel Sparplan wieder genommen? Zuerst viele Rechte am Arbeitsplatz, gekürzte Gehälter, gestrichenes Weihnachts- und Urlaubsgeld, hoher Eigenanteil bei ärztlicher Versorgung und Medikamenten –und nun sind auch noch die Kinder Opfer von Sparplänen einer Politik, die eigentlich keiner mehr wirklich will? Ich selbst kam in eine Dorfschule, in der lediglich drei Klassenräume vorhanden waren. Gezwungenermaßen war also kein anderer Unterricht möglich als in der neuerdings wieder so hoch gelobten und als pädagogisch wertvoll gepriesenen Kombiklasse. Ganz klarer Vorteil, das soll nicht verschwiegen sein, war der soziale Aspekt durch gegenseitige Hilfestellung. Den größten,Nutzen zögen immer die jüngeren Kinder. Dies wird heute nicht anders sein. Doch ohne eine massive Hilfe des Elternhauses war es nur wenigen vergönnt, den Weg aus der Volksschule in ein Gymnasium zu finden, hatte er nicht das Glück, zuvor in eine Stadtschule zu wechseln. Auch damals gab es für jeden Jahrgang Zusatzstunden, heute "Förderunterricht" genannt, und die Lehrer gaben sich ebenfalls große Mühe. Als ich im 3. Schuljahr zum Glück in eine Großstadtschule kam, war ich gezwungen, einen ganzen Berg an Lernstoff nachzuholen, weil normale Klassen eben viel weiter waren. Heute sind die Anforderungen noch wesentlich höher, wenn Schüler in ein Gymnasium oder in eine Realschule wechseln möchten. Hat der Staat Angst davor, dass die Hauptschulen sonst aussterben, und will man auf diese Art versuchen, sie künstlich zu erhalten, indem man den Kindern von vornherein den Weg an andere Schulen versperrt? Sind unsere Jüngsten jetzt Versuchskaninchen für politisch zweifelhafte Sparprogramme? (...) Ein gutes Zeichen kommt derzeit aus Parkstetten, wo sich in kürzester Zeit mehr als nur betroffene Eltern in Listen eintragen, um klar zu demonstrieren, dass bei unseren Kindern, den Wählern von morgen, die Politiker ihre Sparpläne nicht willkürlich einzusetzen haben, wenn sie wenigstens noch einen kleinen Rest von Glaubwürdigkeit behalten wollen. Den Eltern und besonders den Kindern in Parkstetten ist zu wünschen, dass ihre Forderungen nicht nur die notwendige Beachtung finden, weil wieder Wahlen ins Haus stehen, sondern weil eingesehen wird, dass Sparpläne dort nicht zu greifen haben, wo es um unser höchstes Gut geht: Um das unserer Kinder!
Astrid Peck Ascha (Anmerkung: Durch die elektronische Umsetzung können sich Fehler eingeschlichen haben, die im Original nicht vorhanden sind. Ich bitte um Verständnis - der Webmaster) ***************************************************************************Leserbrief zum Thema 'Kombiklasse in Parkstetten
03.07.2008 - Mit großer Freude konnte ich der
Berichterstattung entnehmen, dass - mit einigen Tagen Verzögerung -
nun auch die örtliche CSU den Elternvertretern, die die Petition
gegen die Kombiklasse in Parkstetten verfasst hat, zu verstehen
gegeben hat, dass nach ihrer Meinung Kombiklassen in der geplanten
Form kontraproduktiv für die schulische Entwicklung unserer Kinder
und Enkel sind - zumal in der 1. und 2. Klasse, einem Zeitpunkt, zu
dem die Basis für die gesamte schulische Entwicklung der Kinder
gelegt wird.
"Ein böser Mensch ist sicher der, der meint, dass es
sich nur um eine kurzfristige 180-Grand-Wendung wegen der
schlechten Umfragewerte vor der Landtagswahl handelt und die
engagierten Eltern in Parkstetten und im ganzen Landkreis damit nur
ruhig gestellt
werden sollen." ********************************************** Leserbrief von Artur Billinger (Parkstetten) zur Informationsveranstaltung am 01.07.2008, wegen der geplanten Einrichtung einer Kombiklasse an der Dr.-Johann-Stadler-Volksschule-Parkstetten: Jahrgangsübergreifende Klassen in Bayern
Zu Gast waren Prof. Dr. Waschler ( Mdl CSU ) und Herr Josef Zellmeier ( Mdl CSU ). Zu hören waren viele Willenserklärungen, aber kaum zufriedenstellende Antworten auf die Fragen der betroffenen Eltern.
Herr Zellmeier meint, man solle die jahrgangsübergreifenden Klassen nicht generell verteufeln. Richtig ! Die Kinder profitieren von unten nach oben. Aber nur die Hochbegabten. Die anderen bleiben auf der Strecke. Am Beispiel 1 – 2 profitieren die 1-Klässler am Unterricht der 2. Klasse. Die 2-Klässler profitieren an der Wiederholung des Unterrichts der 1. Klasse.
Demzufolge profitieren die 4-Klässler an den Wiederholungen der 3. Klasse.
Der Unterricht der 3. Klasse nimmt jedoch Zeit in Anspruch, die in der 4. Klasse für den Unterricht zum Übertrittszeugnis dringend benötigt wird.
Die Kinder der 4. Klasse können aber nicht, wie in den Vorjahren, vom Unterricht einer höheren Klasse profitieren. Hier besteht eindeutig ein Defizit. Die Zahlenspiele können verwirrend sein, es geht leider nicht anders.
Können 5 Förderstunden dieses Defizit ausgleichen ?
Alle Entscheidungen werden zum Wohle des Kindes getroffen, sagt Prof. Dr. Waschler. Die Lehrkraft einer jahrgangsübergreifenden Klasse muss den Lehrplan von 2 Jahren vermitteln. Hat die Lehrkraft in der Hälfte ihrer Zeit den Klassenteil 3 mit Aufgaben versorgt, wendet sie sich für die 2. Halbzeit der 4. Klasse zu. In der regulären Klasse hätte sie jetzt Zeit, sich den schwächeren Kindern zu widmen. Dafür erhält die Kombiklasse 5 Förderstunden! Ist das nicht Augenwischerei ?
Hauptsache ist, so Prof. Dr. Waschler, dass sich das Kind in der Schule wohl fühlt . Um eine jahrgangsübergreifende Klasse zu bilden, muss eine bestehende 2. Klasse auseinandergerissen werden. Ist das ein Beitrag zum Wohlfühlen eines der betroffenen Kinder?
Aus der Kombi-Klasse 3 – 4 bleibt zum Schuljahresende der Teil 3 als zukünftiger Teil einer 4. Klasse übrig. Was geschieht mit diesem Klassenteil? Mit wem werden diese Kinder zusammengewürfelt ? Nach 6 Monaten bekommen sie das Übertrittszeugnis, so oder so. Es gab keine Antwort auf diese Frage ! Man müsse die Entwicklung abwarten. Wer soll sich bei dem Gedanken wohlfühlen? Es gibt Schulen, an denen wurde 4 – 1 kombiniert !
Auf die Frage, ob der Übergang in eine weiterführende Schule ( Gymnasium ) liberalisiert wird, kontert Prof. Dr. Waschler mit der Frage, ob denn der Bildungsweg mit Übertritt ins Gymnasium nach der 4. Klasse tatsächlich der bessere sei. ?( Liberalisierung heißt, Übertritt ohne Aufnahmezeugnis oder bestimmten Notendurchschnitt . Wird in einigen Bundesländern so gehandhabt. )
Prof. Dr. Waschler referiert, dass die Lehrkräfte in Bayern bestens gerüstet sind. Tatsache ist, dass auf die Lehrkräfte einer jahrgangsübergreifenden Klasse besondere Belastungen zukommen. ( bei gleichem Gehalt ) Tatsache ist auch, dass die Lehrkräfte in Parkstetten bisher nicht auf diese Herausforderung vorbereitet worden sind. Die Lehrkräfte trifft dabei keine Schuld, die wussten das auch nicht früher.
Prof. Dr. Waschler betont die Kooperation Kindergarten – Grundschule. Unser Kindergartenpersonal wurde bis jetzt in keiner Weise auf diese Situation vorbereitet und ist deshalb den anstehenden Fragen der betroffenen Eltern nicht gewachsen.
Prof. Dr. Waschler meint, unser Bildungssystem sei vorbildlich. In Parkstetten geht es nicht um den Erhalt der Schule, wie in vielen anderen betroffenen Gemeinden. Es geht einzig und alleine um die Einsparung von weniger als einer ( 1 ) Lehrkraft. ( weniger, weil mehr Förderstunden ) In den Informationsveranstaltungen will man uns Vorteile suggerieren und verkaufen. Es gibt aber keinen Vorteil ohne Nachteil ! Wenn man sich die Nachteile vor Augen führt, wird klar, dass es sich um ein Sparmodell der bayrischen Staatsregierung handelt, das vorbildlich auf dem Rücken unserer Kinder ausgetragen werden soll. Andernorts wird vollmundig von denselben Leuten erklärt, dass mehr in Bildung und Ausbildung investiert werden muss ! Vollkommen gegensätzlich wird aber gehandelt. Es ist auch nicht neu – siehe G 8 ! Wie sollen sparsam ausgebildete Menschen unsere Zukunft sichern?
Vielleicht sollte man einmal daran erinnern, dass heute der Großteil der Menschen 50 Jahre arbeiten muss, um dann weniger Rente zu erhalten als unsere Politiker im Landtag nach 2 Legislaturperioden. Rein rechnerisch gesehen!
Und wo bitte bleibt die Demokratie, wenn sich 90% der Betroffenen flächendeckend in ganz Bayern gegen die jahrgangsübergreifende Klasse entscheiden und diese trotzdem eingeführt wird? Eine Machtdemonstration gegen eine 90% Mehrheit ausgerechnet von den Leuten, die wir gewählt haben, um unsere Interessen zu vertreten?
Wenn sich der bayerische Ministerpräsident mit seiner Doppelspitze Huber und sein Kabinett die Förderung unserer Kinder so vorstellen, sollten wir uns vorstellen, wohin wir die CSU bei den nächsten Wahlen befördern wollen!
Prof. Dr. Waschler meint weiter, man müsse über den Tellerrand hinaussehen. Was geschieht, wenn wir nächstes Jahr wieder 38 in die Schule schicken möchten? Das ergibt, rein rechnerisch, eine 1. Klasse mit 30 Schülern, Rest 8. Für die bleibt nur der Weg in eine Kombiklasse, die nur aus der bestehenden 2 Klasse mit ca. 25 Schülern gebildet werden kann. Da eine Kombiklasse möglichst nur aus 25 Schülern bestehen soll, bleiben 8 Schüler aus der 2. Klasse übrig. Und weiter so zum Wohle der Schüler. Weitere zerrissene Klassen, kein Tellerrand zu sehen.
Und was wäre, wenn wir den Vorschlag des Schulamtes aufnehmen würden, und jetzt 3 Kombiklassen mit je 25 Schülern bilden würden? Gäbe es dann keinen Platz für den Rest von 8 Schülern in unserer Schule? Wo kämen dann plötzlich 3 hochqualifizierte Lehrkräfte für 3 Kombiklassen her?
Was hat man uns bei den „Informationsveranstaltungen“ noch vorenthalten?
Wieder ein Jahr später gibt es voraussichtlich genügend Kinder für zwei erste Klassen. Es ist aber keine Lehrerin mehr da, weil die den Rechenkünsten der bayerischen Staatsregierung zum Opfer gefallen ist.
Wäre es da nicht viel einfacher, die kommenden 2 Jahre mit zwei kleineren Klassen zu überbrücken und die Lehrkraft zu erhalten?
Dieses Thema berührt nicht nur die Parkstettener Bürger. Es gibt, lt. Prof. Dr. Waschler mit wenig Aussicht auf Erfolg, derzeit 85 Eilpetitionen im Ausschuss des bayerischen Landtags. Wenn man die Aktionen der letzten und der kommenden Jahre zusammenfasst, ergibt das einen politischen Flächenbrand in ganz Bayern. Kaum zu glauben, dass es der bayerischen Staatsregierung trotzdem gelingt, das scheibchenweise auftretende Problem immer wieder zu deckeln. Heute hier, morgen da.
Sie sehen, liebe Eltern, das Problem liegt nicht bei uns. Wir haben auch keine Problemkinder. Das Problem ist die bayerische Staatsregierung.
Die sieht das natürlich anders. Wir bräuchten doch nur mehr Kinder. Oder sind wir selber schuld, weil wir auf dem Land leben wollen? Vielleicht war auch unsere schulische Ausbildung zu sparsam um das Problem rein rechnerisch zu lösen.
Gemeinsam könnten wir aber eine politische Lösung herbeiführen!
Wenn tatsächlich zum Wohle der Kinder entschieden wird, wie uns Prof. Dr. Waschler wiederholt versichert hat, dann kann es nur zwei kleinere Klassen geben. Alles andere wäre nicht die beste Lösung für die Kinder, sondern allenfalls das geringere Übel. . Wenn wir unsere Meinung und Ziele nicht alle beharrlich ins Land hinaustragen, werden am Ende der Ministerpräsident und Erwin Huber mit ihrer Beharrlichkeit davon kommen. Der Druck kommt von oben, wie wir gehört haben.
Artur Billinger
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