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![]() Am Beispiel der Grundschule Arzberg, der im kommenden Schuljahr ebenfalls eine jahrgangsgemischte Klasse 1 und 2 droht, stellten der Fraktionsvorsitzende der SPD-Landtagsfraktion Franz Maget sowie der bildungspolitische Sprecher der Fraktion, Hans-Ulrich Pfaffmann, am 25. Juli 2008 in einem Pressegespräch pro und contra dieser Art der Klassenbildung dar. Als Gäste waren der Kreisrat des Landkreises Wunsiedel, Heinz Martini, der erste Bürgermeister der Stadt Arzberg, Stefan Göcking, der Bürgermeister der Gemeinde Döhlau, Thomas Knauer, die Vorsitzende des Elternbeirats der Volksschule Parkstetten, Angelika Barth, ein Vertreter der Gemeinde Schönwald sowie weitere Vertreter aus den Gemeinden dabei. Diese stellten die Hintergründe ihres Protestes gegen die jahrganskombinierte Klassenbildung dar.
Am 10. Juli 2008 waren der Parkstettener SPD-Ortsvorsitzende Martin Panten und die Elternvertreterinnen Petra Seubert, Marion Penner und Angelika Barth persönlich im Maximilianeum bei der Behandlung der Parkstettener Petition gegen die Kombiklassen anwesend (von links) Die CSU-Mehrheit im Bildungsausschuss des Landtages hat die Petition zur Verhinderung der Kombiklasse an der Parkstettener Grundschule gegen die Stimmen der SPD und der Grünen abgelehnt. Empfohlen hat die Ablehnung MdL Josef Zellmeier (CSU). Auf seine Anregung wurden wegen einer behinderten Schülerin zusätzlich zu den fünf vorgesehenen Differenzierungsstunden drei weitere genehmigt.
Die Parkstettener in den "geheiligten" Hallen des bayerischen Landesparlaments:
Sie wären auf den Präsidentensesseln des Landtags optisch auf alle Fälle ein Gewinn!
Ein zünftiger Biergartenbesuch rundete den Tag in München ab.
Sparmodell Kombiklassen
Pressekonferenz der SPD-Landtagsfraktion
Der wachsende
Widerstand der Eltern und Verbände gegen Kombiklassen an
bayerischen Grundschulen war das Thema eines
Pressegesprächs des Vorsitzenden der
SPD-Landtagsfraktion Franz Maget und dem
bildungspolitischen Sprecher der Fraktion, Hans-Ulrich
Pfaffmann.
Zu dem Gespräch waren Bürgermeister und Elternvertreter aus verschiedenen Regionen Bayerns gekommen, die eindrucksvoll schilderten, wie sich die Situation der Kombiklassen vor Ort darstellt.
Maget betonte, dass
die Errichtung von Kombiklassen als Sparmodell um
Lehrpersonal einzusparen, der falsche Weg sei: „Wir
wollen keine Kombiklassen, wir wollen kleinere Klassen."
Die Zusammenlegung von verschiedenen Jahrgangsstufen der
Grundschule um Lehrer einzusparen, wie es derzeit
geschieht, hieße auf dem Rücken der Kleinsten zu sparen,
betonte Pfaffmann.
Derzeit gebe es 319 Kombiklassen in Bayern. „Ab dem Schuljahr 2008/0920werden insgesamt 350 Kombiklassen erwartet. Nahezu an jeder siebten Grundschule gibt es dann Kombiklassen, vor allem in den ländlichen Regionen. Es ist zu befürchten, dass diese Sparstrategie der Staatsregierung für die Grundschulen „im Ort" nach der Landtagswahl für die kommenden Schuljahre noch ausgebaut wird.
Vermehrt wurden gegen
den Widerstand der Eltern an Grundschulen Kombiklassen
eingerichtet. Petenten zum Beispiel aus Wackersberg,
Parkstetten, Schönwald, den
Landkreisen Bad Tölz-Wolfratshausen, Straubing-Bogen,
Wunsiedel sowie Oberallgäu wandten sich ebenfalls an den
Landtag. Jahrgangskombinierte Klassen wurden in den
letzten Jahren verstärkt in Gebieten, die an
Schülerrückgang leiden, eingerichtet, um wohnortnahe
Schulen zu erhalten. Dabei werden die Schülerinnen und
Schüler der 1. und 2. Klasse sowie der 3. und 4. Klasse
in jeweils einer Klasse zusammengefasst.
An der Grundschule in
Arzberg etwa soll ab dem kommenden Schuljahr 2008/2009
eine jahrgangsgemischte Klasse 1 und 2 neben jeweils
einer jahrgangsgeführten 1. und 2. Klasse gebildet
werden. Insgesamt sind für beide Klassen 72 Kinder
gemeldet, 39 Kinder für die 1. Klasse und 33 Kinder für
die 2. Klasse. Aufgrund dieser Klassenstärken könnten
zweizügige 1. und 2. Klassen gebildet werden.
Die zweizügige
Klassenbildung wurde bereits vom Elternbeirat beim
Schulamt beantragt. Allerdings besteht für diesen
Elternwunsch wenig Hoffnung, da bereits das Schulamt im
Vorfeld erklC3rt hat, an der Bildung der Kombiklasse
festhalten zu wollen. Nachdem der Bestand der Schule
aufgrund ausreichender Kinderzahlen nicht gefährdet ist,
handelt es sich bei der Entscheidung des Schulamtes um
eine Einsparung.
Pfaffmann: „Solche
jahrgangskombinierten Klassen funktionieren jedoch nur,
wenn die Klassen klein sind und gegebenenfalls zwei
Lehrkräfte pro Klasse eingesetzt werden können. Die
SPD-Landtagsfraktion fordert, keine Kombiklasse über 20
Kinder einzurichten!"
Aus pädagogischer
Sicht haben Kombi-Klassen durchaus Vorteile: Die
unterschiedlichen Begabungen der Schüler können besser
gefördert werden und sie erhalten durch die
Altersmischung einen wertvollen Beitrag zu ihrer
persönlichen Entwicklung. Allerdings richtet die
CSU-Staatsregierung jahrgangskombinierte Klassen nicht
aus pädagogischen, sondern vorwiegend aus finanziellen
Gründen ein, das heißt, um Ausgaben für zusätzliche
Lehrkräfte zu sparen. Modellversuche zeigten jedoch,
dass die Rahmenbedingungen für die Kombi-Klassen nur
dann stimmen, wenn dies auch positive Auswirkungen auf
die Sozialkompetenz der Kinder hat.
Dazu sind Klassen von
höchstens 20 Schülern und Anrechungsstunden für die
Lehrkräfte notwendig, denn der Unterricht ist mit
deutlich mehr Arbeitsaufwand für die Lehrkräfte
verbunden. Gleichwohl wurden den Schulen bislang
zusätzliche Lehrerwochenstunden nur nach Budgetlage der
Schulämter zugewiesen. Folglich erhielten die Schulen
mal mehr, mal weniger Lehrerwochenstunden.
„Die
SPD fordert in erster Linie kleinere Schulklassen und
nicht die Zusammenlegung von Jahrgängen", so
Pfaffmann. „Kleinere Schulklassen ermöglichen eine
bessere individuelle Förderung der Schulkinder. Dies
wird immer wichtiger, nachdem in den ersten Schuljahren
die Grundlage für den späteren Schulerfolg gelegt wird.
Das ist wissenschaftlich erwiesen"." Altersgemischte
Klassen machen aus Sicht der SPD nur dann einen Sinn,
wenn die Klassen trotzdem klein bleiben und eine
individuelle Förderung möglich wird oder bleibt. "Die
Staatsregierung will aber die Klassen größer machen und
damit Lehrer/innen einsparen.
In
diesem Lichte betrachtet sei die Entlassung in die
Arbeitslosigkeit von 1000 jungen Grundschulpädagogen ein
Skandal.
(25.07.2008)
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